Amazon entfernte kürzlich bei den Kindle-Apps für Apples Appstore den Button für den Kindle-Shop. Für In-App-Verkäufe muss man nämlich 30 % der Einnahmen an Apple abführen. Amazon wollte dies aber nicht. Damit Apple die Kindle-App nicht entfernt, musste Amazon schließlich den entsprechenden Button, der zum Kindle-Shop führte, entfernen. Um den Appstore für Verkäufe zu umgehen, hat Amazon am 10. August 2011 die Webapp Kindle Cloud Reader vorgestellt und auch gleich unter https://read.amazon.com/ zur Verfügung gestellt.
Der Kindle Cloud Reader hat einiges zu bieten und bringt auch Vorteile gegenüber der App, die es in Apples Appstore gibt:
Durch die HTML5-App Kindle Cloud Reader umgeht Amazon Apples Appstore. Auf den Kindle Cloud Reader kann nämlich direkt über den Webbrowser zugegriffen werden. Die Webapp muss nicht erst wie beim Appstore heruntergeladen werden. Dadurch entgehen Amazon nicht 30 % der Einnahmen, die bei der Kindle-App in Apples Appstore an Apple zu zahlen wären. Amazon hat es mit der Webapp besonders auf das iPad abgesehen, was auch an der Bemerkung "optimiert für das iPad" deutlich wird.
Man muss nicht jedes Mal https://read.amazon.com/ eintippen, um zum Kindle Cloud Reader zu gelangen. Es ist auch möglich die Webapp auf dem Home-Bildschirm des iPad, wie eine native App, abzulegen. Dazu ruft man zuerst mit dem iPad die Internetadresse auf. Dann drückt man auf den Button links neben der Adresszeile und wählt den Punkt "Zum Home-Bildschirm" aus.
Nach der Vergabe eines Namens erscheint ein neues App-Icon bei den anderen Applikationen. Dieses kann man dann beliebig auf einem der Home-Bildschirme platzieren.
Die Webapp Kindle Cloud Reader ist in HTML5 geschrieben. Dies ist der zukünftige Standard für Internetseiten. Dadurch muss die Applikation nicht für verschiedene Betriebssysteme neu geschrieben werden, da sie grundsätzlich in allen aktuellen, standardkonformen Webbrowsern funktioniert. Außerdem muss sich der Benutzer nicht um Updates kümmern.
Momentan funktioniert die Webapp Kindle Cloud Reader nur auf Computern mit den Internetbrowsern Chrome und Safari, sowie dem Safari auf dem iPad. Amazon hat jedoch angekündigt die Browserunterstützung, auch für mobile Internetbrowser, in den kommenden Monaten auszudehnen.
Zudem wird es wohl bald möglich sein, Kommentare und Markierungen auch in der Webapp vorzunehmen.
Update: Die Webapp funktioniert nun auch mit Firefox.
War der Beitrag für Sie wertvoll? Wollen Sie auf dem neusten Stand bleiben, wenn es um Tablet-PCs und Ebookreader geht?
Dann abonnieren Sie doch einfach den RSS-Feed: